Geschrieben von Martin

Die energetische Sanierung durch Wärmedämmung birgt bei vielen Altbauten ein hohes Einsparpotential bei den Heizkosten. Dennoch ist die nachträgliche Isolierung mit Risiken verbunden: Dazu gehört vor allem die Bildung von Kondenswasser, welches eine Schimmelbildung mit sich bringen kann. Diese Nachteile müssen aber keinesfalls in Kauf genommen werden, ökologische Dämmmaterialien bieten optimale Eigenschaften zu vertretbaren Mehrkosten.

Problem Schimmelbildung

Der größte Unterschied zwischen konventionellen Dämmstoffen liegt darin, dass das Material natürlichen Ursprungs ist. Zudem ist die Gewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen überwiegend CO2-neutral. Hingegen ist nicht bekannt wie schlecht die Ökobilanz für konventionelle Dämmstoffe ausfällt. Um ein Kilogramm Styropor herzustellen, also jenen Dämmstoff mit der größten Verbreitung, werden fünf Kilogramm Erdöl benötigt. Nicht nur Umweltschützer stellen sich die Frage, ob es in Zeiten schwindender Ressourcen tatsächlich sinnvoll ist, Erdöl in großem Stil für Dämmmaterialien zu nutzen. Zudem sind künstliche Dämmstoffe auch wegen der Schadstoffe schwierig zu entsorgen. Praktisch ist vor allem der ganzheitliche Isolationseffekt zu bewerten: Styropor verringert zwar den Wärmeverlust, lässt aber auch Dampf nicht diffundieren. Nicht wenige Hausbesitzer können sich damit zwischen der Gefahr der Schimmelbildung durch Kondenswasser oder häufigem Lüften entscheiden - was einen Teil der guten Isolationswirkung indirekt wieder zunichtemacht.

Styropor vs. Zellulose: Moderater Mehrpreis

Dämmmaterial im Innenausbau

Biogene Dämmmaterialien aus beispielswiese Holz oder Hanf erlauben wiederum die Dampfdiffusion und verringern die Problematik der Schimmelbildung. Auch der Nachteil des höheren Preises relativiert sich bei einem Blick auf die Zahlen schnell: Ein Quadratmeter Styropor für den Dachbereich kostet etwa 12,50 Euro, während für günstige ökologische Dämmstoffe wie Einblaszellulose mit 17,50 je Quadratmeter nur ein moderater Mehrpreis fällig wird. Allerdings: Dämmmaterialien wie Hanf oder Flachs sind mit rund 30 Euro für den Quadratmeter deutlich teurer. Letztere haben aber den Vorzug, dass sie durchaus auch aus heimischem Anbau zu gewinnen sind, was den ökologischen Fußabdruck durch kurze Transportwege weiter reduziert. Das kann von Kork zwar nicht behauptet werden, dennoch hat das Naturmaterial ebenso seine Berechtigung, weil es genauso wie Holz leicht zu verarbeiten ist. Die Holzfaserplatten lassen sich leicht auf das passende Maß zuschneiden. Beim Einsatz von Zellulose werden Hohlräume geschaffen, die dann mit zerkleinerter Zellulose aufgefüllt werden, was bei Neubauten einen schnellen Baufortschritt bringt. Alle ökologischen Dämmstoffe haben zudem gemein, dass es heutzutage verhältnismäßig leicht ist, sie online über einen Anbieter im Internet zu erwerben.

Hohes Einsparpotenzial möglich

So vorteilhaft diese Dämmstoffe in technischer und ökologischer Hinsicht auch sind: Letztlich steht natürlich die Einsparung bei den Heizkosten im Vordergrund. Werden bei einem frei stehenden Altbau nur die Außenwände gedämmt, sind Studien zufolge Einsparungen von etwa 45 Prozent möglich. Erfolgt auch eine Dämmung des Dachs, können die Heizkosten gar um 70 Prozent reduziert werden. Ob sich eine Dämmung lohnt und wie schnell sie sich amortisiert, hängt dabei von individuellen Gegebenheiten sowie der baulichen Grundlage ab. Dennoch: Das Potenzial der Dämmmaßnahmen ist in den meisten Fällen so groß, dass sich die energetische Sanierung fast immer lohnt - auf ganz natürlichem Wege. Zudem wurde ein ganz anderer Aspekt noch gar nicht beleuchtet, durch die erhöhte Schalldämmung verbessert sich nämlich auch die Lebensqualität. 

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